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Amsterdam: Zwischen Dünen, Tulpen und Grachten

  • lexiwidmer6
  • 19. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Grachtenfahrt.


Mehr aus Zufall als aus echter Begeisterung an den Niederlanden landete ich zum ersten Mal in Amsterdam. Entsprechend unverfänglich und ohne grosse Erwartungen war ich dann unterwegs - und das war auch gut so, denn das war der perfekte Zustand, um sich positiv überraschen zu lassen. Im Folgenden stelle ich euch meine Highlights aus - bisher zwei - Aufenthalten in Amsterdam vor. Neben Empfehlungen, um die Stadt zu erkunden und typisch touristischen Aktivitäten wie dem Keukenhof finden sich darunter auch Tipps für Wanderungen.


Die Stadt erkunden

Amsterdam lässt sich gut zu Fuss und mit dem ÖV erkunden. Je nach Standort der Unterkunft ist es sinnvoll, zuerst einmal mit dem Zug, der Metro oder dem Bus nach Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof, zu fahren. Im Gegensatz zur Schweiz braucht es dafür auch keine App oder ein Ticket - die Kredit- oder Debitkarte reicht. Immer beim Einsteigen kannst du innerhalb, z.T. auch ausserhalb des Bus / Zug / Trams mit deiner Karte einchecken und beim Verlassen wieder auschecken - der entsprechende Betrag für die Fahrt wird gleich abgezogen.


Grachtenfahrt: Lohnt es sich?

Amsterdam ist eine Stadt, die von vielen Wasserkanälen - den sogenannten Grachten - durchzogen wird. Früher wurden diese zum Transport von Handelsware und dergleichen genutzt, heute ist deren Verwendung wohl primär touristischer Natur. Auch wenn es wohl etwas vom Klischeehaftesten ist, was man in Amsterdam tun kann: eine Grachtenfahrt lohnt sich aus meiner Sicht. Neben interessanten Hintergrundinformationen zu den Grachten, der Architektur sowie zu einigen Sehenswürdigkeiten ist es vor allem auch andere Perspektive auf viele Ecken das, was eine Erkundung per Kahn lohnenswert macht. Tickets kannst du vor Ort oder auch auf "GetYourGuide" kaufen.


Stadt der Museen

Neben Cannabis-Coffeeshops alle fünf Schritte hat Amsterdam kulturell aber noch deutlich mehr zu bieten . Gerade Museen finden sich in sehr dichter Zahl, so etwa das Reichsmuseum (Rjiksmuseum), das Anne-Frank-Haus - da muss man aber Wochen vorher ein Ticket lösen in der Regel - und ganz dem liberalen Geist der Stadt entsprechend gibt es auch ein Sexmuseum (Eintritt ca. 10-15 Euro) und ein Museum der Prostitution. Letzeres habe ich besucht - wer sich mit feministischer Literatur beschäftigt, wird aber vermutlich einige der präsentierten Informationen so schon einmal in der einen oder anderen Form gelesen haben. Dennoch war es ein interessanter Besuch, denn es werden Original-Räumlichkeiten einer Prostituierten ausgestellt sowie aus ihrem Leben berichtet. Der persönliche Touch macht das Ganze (gerade auch für männliche Besucher) noch einmal greifbarer.


Royal Theatre Carré Amsterdam / Koninklijk Theater Carre

Ein sehr schön gestaltetes Theater, wo ich im Jahr 2025 das Hadestown-Musical live erlebte. Wer Musicals mag, sollte sich anschauen, was gespielt wird - die Räumlichkeiten und die Atmosphäre sind auf jeden Fall ein Erlebnis wert.


Keukenhof: Tulpenpracht so weit das Auge reicht

In Lisse finden sich jährlich über eine Million Menschen ein, um von März bis Mai im Keukenhof die Tulpen zu bestaunen. Die grosszügig angelegte Gartenanalage ist gut durchdacht und bietet auch immer wieder neue schöne Ecken - allerdings muss man sich auch wirklich auf sehr viele andere Besucher einstellen. Bei meinem Besuch habe ich die Frequenz eher unterschätzt und war überrascht, wie voll der Garten war. Durch die hohe Besucherzahl kann es auch sein, dass die Tickets ausverkauft sind. Es ist daher auf jeden Fall besser, die Tickets schon einige Zeit vorher online zu kaufen. Das geht ganz leicht auf der Website des Keukenhofes: Willkommen im Keukenhof.


Wanderungen: Endloser Strand, wildes Heidenkraut und einladendes Grün


Wenn du wie ich nicht nur die Stadt, sondern vor allem auch gerne die Natur erkundest, lässt das sich überraschend gut von der Metropole Amsterdam aus tun. Passende Routen findest du dazu ganz leicht auf der Wanderapp Wandelnet. Die Wanderungen sind dabei so konzipiert, dass du von einem Bahnhof zum nächsten wanderst - natürlich durch die Natur und nicht den Gleisen entlang.


Wanderroute: Durch das Naturreservat zu den Dünen


Start: Sandpoort Nord

Endstation: Zandvoort oder Overveen


Die Route startet vom Bahnhof aus und führt dich schnell auf einen gut begehbaren Waldpfad.


Dieser erste Teil führt dich unter einem grünen Baldachin im Schatten der Bäume Richtung Dünen.


Hier wechseln sich Wald, Dickicht und Dünengras ab.


Anschliessend verlässt die Strecke den Wald und führt dich über die Dünen. Sandige Pfade, Weitblick und leichter Wind - durch die Nähe zum Meer - erwarten dich.




Und schliesslich kommst du zum Strand. Im April - wo ich dort war - war es leider noch zu kalt, um schwimmen zu gehen.



Im Sommer bietet dieser Abschnitt der Strecke aber eine herrliche Erfrischung - oder einfach auch nur die Möglichkeit, aus seinen Schuhen zu schlüpfen und die Füsse ein bisschen von den Wellen umspielen zu lassen.






Wanderroute: Durch Wald und Wiesen zum Landgoed Groeneveld

Die Route zum Download oder im App: https://wandelnet.viewer.routemaker.nl/app/route/117



Gute Laune zwischen dem Grün des Frühlings
Gute Laune zwischen dem Grün des Frühlings

Startpunkt Station: Baarn

Endstation: Hilversum Media Park


Die 16km lange Strecke verläuft zu Beginn kurz den Gleisen entlang und führt dich anschliessend immer tiefer in ein Waldgebiet hinein.


Vogelgezwitscher ist dabei der häufigste Begleiter - es sind nicht viele Menschen unterwegs, abgesehen von einem gelegentlichen Radfahrer oder Wanderer.


Dann führt dich die Strecke aus dem Wald heraus und du näherst dich dem Kastel Groeneveld.



Kastel Groeneveld
Kastel Groeneveld

Von einem Wassergraben umgeben, hat die 1710 für wohlhabende Amsterdamer

erbaute Sommerresidenz wieder zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückgefunden: eine kleine Erholungsoase inmitten der Natur zu bieten.




Der Wassergraben wird von einer Allee gesäumt und das Kastel ist von einem weitläuftig angelegten Park umgeben, dem man ansieht, dass er regelmässig gepflegt wird.


Auf diesem Abschnitt der Strecke begegnet man vielen Spaziergängern mit ihren Hunden, die den Park zum Gassi gehen nutzen.


Nach diesem belebteren Abschnitt geht es zwischen Wiesen weiter und führt im letzten Teil noch durch eine Heidelandschaft - der Wind ist dort ein allgegenwärtiger Begleiter, darum: Lippenpomade nicht vergessen!



Travel Itinerary

Amsterdam: Ein bis zwei Tage

  • Diese würde ich für die Erkundung der Stadt, der verschiedenen Stadtteile sowie der Museen einplanen. Da es aber viel zu entdecken gibt, kann man diese Entdeckungszeit natürlich auch beliebig ausbauen, ganz den eigenen Interessen entsprechend.


Amsterdam: Sehenswürdigkeiten

  • Centraal Station

  • Grachtenfahrt

  • Reichsmuseum

  • Anne-Frank-Haus

  • Museum of Prostitution

  • Rotlichtviertel


Lisse, Keukenhof: Einen Tag

  • Die Anreise ist sowohl per Auto als auch per ÖV möglich. An einem gewöhnlichen Dienstag im April war ich um 10:00 Uhr beim Eingang und circa um 10:15 Uhr im Garten. Ich würde eine frühe Anreise empfehlen, vielleicht ist die erste Stunde der Öffnungszeiten noch etwas weniger gut besucht. Auf jeden Fall sollte man sich aber nicht nur auf viele Tulpen, sondern auch auf viele Leute einstellen.


Lisse, Keukenhof: Sehenswürdigkeiten

  • Der Gartenteil "Juliana" ist besonders schön (siehe Bild oben).

Umgebung Amsterdam: Zwei bis drei Tage


Wanderungen

  • Tag 1: Kennemerduinen, Zandvoort (innerhalb von circa einer Stunde mit dem ÖV von Amsterdam aus erreichbar)

  • Tag 2: Landgoed Groeneveld (innerhalb von circa 1,2 Stunden mit dem ÖV erreichbar)



Anreise

Der Flughafen Schiphol ist nahe an der Stadt gelegen und bequem per ÖV erreichbar. Du kannst direkt vom Flughafen in den Bahnhof gehen - aber Achtung: Das Einchecken mit der Debit- oder Kreditkarte nicht vergessen. Der holländische ÖV funktioniert mit einem einfachen System: Vor dem Einsteigen hält man seine Karte an einen Check-In-Point, fährt bis zu der gewünschten Haltestelle, und hält dort die Karte wieder hin. Beim Flughafen ist dieser Check-In-Point gut markiert und bereits oberhalb der Gleise - bevor du also die Rolltreppe nach unten zum gewünschten Bahnsteig nimmst, unbedingt oben im Flughafengelände bereits mit der Karte einchecken.


Kulinarisches

Typisch holländisch

  • Hageslag (Zuckerstreusel, die aufs Frühstücksbot kommen)

  • Käse - die Käsekultur ist dort gross!

  • Fritten

  • Stroowafel







 
 
 

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